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Erlebnisbericht Tonstudio - Proberaum dämmen

Fertiger ProberaumMit freundlicher Genehmigung von unserem Kunden Patrick Adam dürfen wir hier sein Projekt veröffentlichen. Eine solche Umsetzung ist ein absolutes Musterbeispiel, wie man professionell ein Tonstudio oder aber Probraum akustisch optimiert und gleichzeitig den Schall nach außen effektiv isolieren kann mit unseren Materialien. Im Folgenden finden Sie seine Bilddokumentation und auch seinen Bericht. Wir hoffen, dass er Ihnen helfen wird, Ihr Projekt erfolgreich umsetzen zu können.

 

 

 

 

Projekt Bandraum "Rock im Keller“

Ich freue mich, dass Sie Interesse an unserem Projekt haben und möchte Ihnen  gerne diese Geschichte etwas ausführlicher erzählen und bebildern. Gerne können sie diese Rezension auf Ihrer Webseite veröffentlichen, vielleicht gibt es ja die ein oder andere Hobbyband, die ähnliches plant und an diesem Bericht Interesse findet.


01 Die Ausgangslage
Zunächst einmal eine kleine Vorstellung. Wir sind eine Rockband bestehend aus 5 Mitgliedern auf der Bühne (Schlagzeug, Lead Gitarre, Rhythmus Gitarre, Bass sowie Gesang) und 2 Technikern (Licht & Ton). Der Plan im eigenen Keller zu musizieren war recht schnell nach unserer Gründung gefasst, da wir alle schon etwas älter sind und auf gewisse Annehmlichkeiten wie zum Beispiel Toiletten, Kühlschrank (für Bier) und eine Kaffeemaschine nicht verzichten wollten und vor allem ging es darum, einen Raum zu schaffen, den wir nach unseren Wünschen gestalten und in dem wir unser Instrumentarium fest aufbauen können.Das haben wir dann auch einfach umgesetzt. Allerdings stellten wir in Gesprächen mit meinem Nachbarn fest, dass er unsere Musik zwar möge, aber er mittlerweile mitsingen könne.

Das war natürlich nicht in unserem Sinne. Also wurde das Schlagzeug mit sämtlichen Wolldecken gedämmt die das Haus her gab und wir haben uns beim Spielen sehr zurückgehalten, mit dem Effekt, das der richtige „Rock“-Spaß doch schwer gedämpft wurde. Ich mühte nun das Internet und habe mich über Dämmung informiert, viele Artikel über Raum-in-Raum- Konstruktionen gelesen und bin schließlich auf der Internetseite vom Schaumstofflager gelandet. Die Akustikriegel (Schallisolierung zum Nachbarn) fand ich direkt interessant, aber es ging ja nun nicht nur um eine Wand, sondern um einen Raum. 

Nachdem mir nun also versichert wurde, dass die Akustikriegel sicherlich auch „über Kopf“funktionieren und halten haben wir uns getraut und einen nicht unerheblichen Geldbetrag in die Hand genommen und Akustikriegel bestellt. Nun konnte begonnen werden


02 Bandraum Version 1

Proberaum

Bauzeit ca 2 Wochen in Vollzeit-Eigenleistung . Zunächst haben wir den Raum komplett entkernt, so dass nur noch der Teppichboden auf dem Estrich und die bloßen gemauerten Wände übrig waren. Die Akustikriegel waren sehr einfach an die Wand zu schrauben. Wir haben uns dazu entschlossen das „Finish“nicht mit Rigips zu gestalten, sondern MDF Platten zu verschrauben. Das hatte zum einen den Vorteil, dass man auf Holz viel einfacher das „Interieur“schrauben  kann ohne mit Hohlraumankern zu arbeiten und zum anderen war ich mit dem Medium Holz einfach besser vertraut.

 

 

proberaum 

 

 

Der Clou bei einer Schallisolierung für einen Bandraum ist, dass man KEINE Schallbrücke haben darf. Raum-in-Raum-Konstruktion bedeutet, dass der Schall nicht auf die „Außenwand“ übertragen werden darf also auf die darunter liegende Hauswand. Die Akustikriegel des Schaumstofflagers sind dafür ideal geeignet. Sie bestehen aus einem MDF-Träger und darauf aufgeklebtem Schaumstoff und dann wieder ein aufgeklebter MDF Träger.  

tonstudio

Somit berührt der im Raum befindliche MDF-Träger den an der Wand verschraubten MDF Träger nur über den Schaumstoff, der den Schall dämmt. Wir wollten einfach keine Lösung, in der wir selbst irgendetwas kleben mussten, auf Trocknungszeiten achten und vor allem das Ganze nicht „über Kopf“! Das Verarbeiten der Akustikriegel ist denkbar einfach, sie können leicht mit ein em langen Stichsägenblatt auf die gewünschte Länge gebracht werden und werden dann einfach an die Wand geschraubt. Es werden 2 Größen geliefert, 1m und 75cm. Das Tolle an den Riegeln ist auch, dass die Bohrungen wirklich alle an der gleichen Stelle sind. Wir haben uns aus dem Karton, in dem die Riegel geliefert wurden, 2 Schablonen gemacht und mit Edding die Bohrlöcher an der Wand markiert, dann mit einer guten Schlagbohrmaschine 6er-Löcher gebohrt und Betondübel eingesteckt (Fischer Plastik). Die Akustikriegel haben wir dann mit 55er Spenglerschrauben an  die Wand geschraubt. Ich fand diese Schrauben toll, da sie eine kleine Unterlagscheibe mit Gummierung haben (Globus Baumarkt Marke „Connex“).

proberraum Tonstudio

Mir war besonders wichtig, dass die einzelnen Wände, sowie die Decke und der Fußboden gegeneinander ebenfalls entkoppelt sind, das heißt, ich wollte nicht, dass diese sich berühren, damit auch hier keinerlei Schall übertragen werden kann. Das war leicht zu erreichen indem man beim Schrauben der MDFPlatten an die Wand kleine Unterlegkeile auf den Boden legt und in den Ecken jeweils einen Zentimeter Luft lässt. Wichtig war natürlich, dass auch dort Dämmung vorhanden ist. In Bild 03 kann man das sehr gut erkennen, dass wir „oben“ einen Streifen Dämmung  eingebaut haben, damit dann die Deckenkonstruktion schwungfrei Platz hat. Die Decke haben wir genauso konturiert wie die Wände, allerdings ist das Bohren über Kopf in eine gegossene
Stahlbetondecke recht „unlustig“.

Da wir auch nicht wollten, dass uns der Kram auf den Kopf fällt waren wir hier auch äußerst penibel mit unseren Bohrlöchern. Der Raum hat 12qm und es brauchte 128 Deckenlöcher (!) Man sollte sich auch im Vorfeld genaue Gedanken machen wo denn Strom gebraucht wird, eine Steckdose, ein Lichtschalter oder eine Lampe sein soll, und am Besten auf die MDF Platten gleich mit Edding den Verlauf der Kabel beim Zuschrauben anzeichnen, damit man später keins davon trifft. Die MDF-Platten haben wir mit Spanplattenschrauben auf die Akustikriegel geschraubt.Kein Problem, man braucht nur ‘e ganze Menge MDF-Platten und Schrauben. Das nächste Problem war der Boden. Der sollte ja nun auch entkoppelt werden, aber wir wollten ja auch nicht „auf Wolken“schreiten oder ein Trampolin bauen.

tonstudio schalldämmung

Die Akustikriegel auf dem Boden empfand ich auch als „zu hoch“von der Konstruktion her. Die Lösung war dann einen sehr schweren Schaumstoff mit hohem Raumgewicht zu bestellen. Dieser wird vom Schaumstofflager auch in 100x50x2cm geliefert. Dazwischen haben wir dann Latten gelegt und die Latten oben und unten mit dem Trennwandband vom Schaumstofflager beklebt. Somit bekamen wir einen guten Bodenbelag und eine Konstruktion auf die wir wieder unsere MDF-Platten schrauben konnten (auf dem Boden haben wir 22er genommen, an den Wänden und der Decke 16er). 

03 Living in a Box –Die Holzkiste ist fertig

 proberaum

Nun war unsere Holzkiste fertig. Die Wanddämmung war nun fertig, aber es hallte wieder mächtig in unserem Bandraum, da die Holzflächen natürlich toll reflektiert haben und da es keine Ecken und Kanten mehr gab war der Hall grandios, für eine Band so nicht zu gebrauchen. Der Raum musste nun schalltot gemacht werden. Wir entschieden uns für selbstklebenden Pyramidenschaumstoff in 5cm Stärke (sieht auch cool aus)...Diesen zu verarbeiten ist total einfach, man braucht nur ein Abbrechmesser und viele neue Klingen ^^ Einfach zuschneiden, abziehen, aufkleben, hält wie Sch.... das Zeug, zumindest auf unseren MDF Platten. Für den Boden haben wir uns einen dicken mittellangen grauen Teppichboden ausgesucht, den wir einfach mit doppelseitigem Klebeband aufgeklebt haben.

 isolierung keller

 

04 Knocking on Heavens Door

Proberaum Türe

Was nun noch fehlte war eine Tür. Es bringt natürlich wenig einen toll isolierten Raum zu haben und eine normale Tür zu nutzen, damit wäre der Effekt hinfällig gewesen. Die Tür war allerdings einfach zu bauen. Aus Fichtenlatten habe ich einen Rahmen konstruiert und da ich noch Schaumstoff aus den Akustikriegel Paketen über hatte, habe ich den als Füllung für die Tür genommen. MDF-Platte als Abschluss darauf und man hat eine verdammt schwere, aber isolierende Tür.

Ich hatte allerdings Bedenken, dass durch die Spalten der Tür noch zu viel Schall kommen würde, somit habe ich eine Innen- und eine Außentür gebaut und in den „Türrahmen“dazwischen ebenfalls Pyramidenschaumstoff geklebt. Zusätzlich hab ich dann auch auf die Innenseite der Türen selbst Pyramidenschaumstoff gepackt.

 

 

05 Version 1 ist fertig

  Fertiger ProberaumNach 2 Wochen Arbeit (allerdings von morgens bis abends zu dritt) war dann der Raum fertig und unsere Technik installiert. Da die ganze Aktion tatsächlich auch nicht günstig war, hatte ich schon Angst, ob sich der vom Schaumstofflager versprochene und von mir erhoffte Effekt einstellt. Wir haben dann unsere Anlage aufgedreht und mit einem Dezibel Messgerät auf 128db aufgedreht (ja das ist echt laut!!!)..., beide Türen zugemacht und außen gemessen.

Der Blick auf das Messgerät war aber auch eigentlich unnötig, wir konnten uns in normaler gedämpfter Lautstärke unterhalten und wenn ich nicht genau gewusst hätte, welchen Chart Hit ich da gerade angemacht hatte, hätte ich ihn nicht erkannt!!! Wir hatten einen Pegel von 45-55db vor der Tür...

Knaller! Das war besser als erhofft!!! Den Bass hat man schon ein bisschen wummern gehört, aber an dieser Stelle sei gesagt, dass es verdammt schwierig ist die tiefen Töne zu dämmen, aber ich war mir sicher, dass der Nachbar nichts mehr hört, und dem war auch so ^^

 

06 Zwei Jahre später
...und einen Haufen Equipment der Band reicher, wurde es langsam sehr mollig in unserem Bandraum. Mittlerweile hatten wir noch unsere 2 Techniker dazubekommen, waren auch schon auf Auftritten gewesen und hatten immer noch viel Spaß an der Sache. Allerdings gab es ein paar „Befindlichkeiten“die den Raum angingen. Es war einfach mit 6-7 Mann und dem Equipment zu eng, man konnte sich beim Spielen eigentlich nicht mehr groß bewegen (gut das hat den Schlagzeuger nicht gestört), aber uns Gitarristen eben schon, zumal unser Tontechniker das ein oder andere Mal fast meine Bassgitarre abbekommen hätte ^^ Nun unser „Toni“sprach das Wort „Bandraumvergrößerung“ für meinen Geschmack viel zu gelassen aus und meinte, den Raum neben unserem Bandraum (meine Werkstatt) brauche ich doch eh nicht mehr und da könnten wir doch einfach die Wand rausreißen und den Raum doppelt so groß gestalten. Das habe ich lachend verneint... 3 Monate später hab ich die Wand rausgerissen.

  
07 Teilrückbau

Dass wir keinen Rigips benutzt haben und auch nicht selbst geklebt, sondern die Akustikpanele benutzt haben, war nun von immensem Vorteil, diese konnten wir bei der zu entfernenden Wand einfach abschrauben und zurückbauen. Die Akustikpanele konnten wir sogar einfach wieder verwenden! Das einzige was nicht mehr verwendbar war, waren die selbstklebenden Pyramiden, die Ihre Verbindung zum MDF auch nach 2 Jahren keinesfalls mehr in einem Stück beenden wollten. Hier blieb tatsächlich nur übrig, sie mit Spachteln vom MDF zu kratzen und zu entsorgen. Die MDF-Platten, sowie die Akustikriegel und die dazwischenliegende Dämmung konnten direkt wieder verwendet werden. Sehr cool!

Ebenfalls bemerkenswert fand ich, dass sich darunter kein Schimmel gebildet hatte, oder die Wand feucht war oder sonst was. Wirhaben in den 2 Jahren, die wir den Bandraum nutzen, dort ja zusammen geprobt und bei dem, was da an Technik drin war, die Stromverbraucht, wurde es darin recht mollig. Bei längeren Sitzungen witzelten wir schon darüber, wer denn den Aufguss machen würde...Aber wo keine Lücken für Schall gelassen werden, kommt halt eben auch keine Luft rein ^^ Die Befürchtungen waren aber umsonst. Es war alles trocken und gut.

  tonstudio lärmdämmung

08 Mauerfall
2018 war es dann soweit, nachdem ich meinen Keller komplett umstrukturiert hatte, der Nachbarraum frei war und ein Architekt nach Einsicht der Statik festgestellt hatte, dass es sich nicht um eine tragende Wand handelte, konnten wir mit einem kapitalen Hammer in kurzer Zeit viel Dreck produzieren. An dieser Stelle sei angemerkt, dass so eine Wand definitiv mehr Schutt produziert, als mansich so als Laie vorstellt ^^ Ohne Kübeldienst kommt man da nicht weit ...
ausbau tonstudio
Nachdem nun die Mauer heraus war, die alten Pyramiden im „alten“ Bandraum haben wir übrigens wirklich gut mit einer dicken Plane vor Staub geschützt (!) stellten wir fest, dass der Boden im Nachbarraum deutlich höher ist, als im alten Bandraum. Die einzige Möglichkeit die selbe Isolierung am Boden hinzubekommen war nun das Entfernen des Estrichs im „neuen“ Teil .... Wie gesagt : Kübeldienst einplanen ^^

 
09 Bestellung neues Material vom Schaumstofflager

Großes Lob an das Schaumstofflager, wir haben ja nochmal fast die gleiche Menge an Material bestellen müssen, ich wusste, dass es nicht morgen geliefert werden würde und habe meine Order somit auch schon vor dem Rückbau rausgehauen. Das war gut geplant, das Material kam direkt an dem Tag, an dem wir auch beginnen wollten, es zu verarbeiten. Murphy war ausnahmsweise bei dieser Renovierung auf Urlaub. Toll ist, dass auch 2 Jahre später das Material genau dasselbe ist. Färbung, Qualität, alles gleich, toll...das ließ sich super mit dem alten kombinieren. Da wir ja schon geübt waren vom alten Bandraum, ging die Arbeit schnell von der Hand und wir waren zügig unterwegs. Diesmal mussten wir sogar mehrmals Pyramiden nachbestellen, da ich da ein wenig knapp kalkuliert hatte, diese waren in Rekordzeit geliefert und am Ende hatten wir sogar von den Pyramiden und den Akustikriegeln jeweils ein komplettes Paket übrig, das haben wir zurückgesendet und anstandslos zurückerstattet bekommen. Toll, nochmal ein Dankeschön für diese unproblematische Handhabung!


10 Version 2 ist fertig
3 Wochen später war auch Version 2 unseres Raumes fertig. Was hatten wir nun an Upgrade? Viel mehr Platz, eine Außentür (die wir auch doppelt ausgelegt haben) zum Durchlüften, und vor allem mehr Strom, da die 4 Phasen im alten Raum ein wenig unterdimensioniert waren, haben wir nun gleich 2 dicke Drehstromkreise eingebaut.

 proberaum isolieren  tonstudio und proberaum

11 Fazit
Vielen Dank Schaumstofflager!!!! Nur mit Euren Akustikriegeln war diesesProjekt für uns Hobbyheimwerker (keiner von uns ist Handwerker!) durchzuführen. Wenn man mit einer Schlagbohrmaschine und einem Akkuschrauber umgehen kann und vor allem auch ein bisschen Kraft mitbringt, kann man das sehr gut selbst machen. Genaues Arbeiten ist schon Pflicht und man sollte keine Kompromisse eingehen.Eine Schallbrücke reicht um sich den Effekt zu zerstören. Aber wenn man das alles beherzt und sich ein bisschen Zeit nimmt, ist das eine super Lösung!!!

proberaum für musik tonstudio

 

Ich hoffe der Leser, der bis hier unten gelesen hat, konnte mit diesem Bericht etwas anfangen. Allen, die ebenfalls solch ein Projekt angehen, wünsche ich viel Erfolg und Spaß !
Patrick Adam